README · Werkstatt-Download · Version 1.1 · Stand: Juli 2026

GSC-SEO-Report mit n8n und Claude einrichten.

Vom JSON-Import bis zum ersten automatischen Report: die komplette Anleitung mit allen Stellen, die du anpassen musst. Gehört zum Workflow-Download aus dem Werkstatt-Artikel „SEO-Report auf Autopilot".

Google Search Consolen8nClaude APIGmailca. 30 Minuten Setup

1. Was du hier einrichtest

Der Workflow zieht am 1. und 15. eines Monats deine Search-Console-Daten, bereitet sie auf, lässt Claude daraus einen strukturierten SEO-Report schreiben und verschickt das Ergebnis als HTML-Mail.

Rhythmus

Am 1. und 15., jeweils 07:00 Uhr nach Server-Zeitzone.

Datenfenster

Rollierende 30 Tage mit drei Tagen Datenverzögerung.

Ausgabe

Executive Summary, Traffic, Seitentypen, Query-Cluster, Potenziale, Tickets.

Sicherheit

API-Keys liegen als n8n-Credential vor, nicht im Workflow-JSON.

Importtauglich, aber bewusst nicht plug-and-play. Nach dem Import verbindest du drei Credentials, trägst deine GSC-Property ein, prüfst die URL-Muster, füllst den Prompt-Kontext und änderst die Empfängeradresse. Jede Stelle steht in dieser Anleitung.

2. Voraussetzungen

n8n-Instanz

Cloud oder self-hosted. Du brauchst die Berechtigung, Workflows und Credentials anzulegen.

Search-Console-Zugriff

Dein Google-Konto braucht Zugriff auf die Property, die ausgewertet werden soll.

Anthropic API-Key

Der Workflow nutzt die Claude Messages API. Den Key hinterlegst du als Header-Auth-Credential.

Gmail-Zugang

Der Versand läuft über einen Gmail-Node. Du kannst den Versand-Node später gegen einen anderen Mail-Dienst tauschen.

Google OAuth noch nie eingerichtet? Aktiviere in einem Google-Cloud-Projekt die Search Console API und die Gmail API, lege einen OAuth-Client an und übernimm die Redirect-URL, die n8n dir im Credential-Dialog anzeigt. Die n8n-Doku zu „Google OAuth2" führt durch jeden Klick. Rechne mit zehn Minuten.

3. Einrichtung Schritt für Schritt

  1. Workflow importieren

    Lege in n8n einen neuen Workflow an und wähle im Drei-Punkte-Menü Import from File. Lade die heruntergeladene JSON-Datei hoch. Danach stehen 13 verdrahtete Nodes auf der Fläche, der Workflow ist zunächst deaktiviert.

  2. Google-Credentials verbinden

    Öffne nacheinander die fünf GSC-Nodes und wähle dein Credential vom Typ Google Search Console OAuth2 API. Öffne danach den Gmail-Node und verbinde dein Gmail-OAuth-Credential.

  3. Anthropic-Credential anlegen

    Erstelle in n8n ein Credential vom Typ Header Auth:

    Header Auth
    Header-Name: x-api-key
    Header-Wert:  DEIN_ANTHROPIC_API_KEY

    Wähle dieses Credential im Node „Claude API aufrufen" aus. API-URL, Anthropic-Version und Content-Type sind schon gesetzt.

  4. GSC-Property eintragen

    Öffne den Node „Datumsbereiche berechnen". Ganz oben im Code steht die Konstante PROPERTY. Du änderst genau diese eine Zeile, alle anderen Nodes ziehen sich die Domain von dort.

    Domain-Property
    const PROPERTY = 'sc-domain:deine-domain.de';
    URL-Property als Alternative
    const PROPERTY = 'https://www.deine-domain.de/';
    Exakt wie in der Search Console eintragen. Eine Domain-Property beginnt mit sc-domain:. Eine URL-Präfix-Property enthält das vollständige Protokoll und meist den abschließenden Slash.
  5. Empfängeradresse ändern

    Öffne den Gmail-Node und ersetze im Feld To den Platzhalter [email protected]. Mehrere Empfänger trennst du per Komma. Subject und Message kommen automatisch aus dem vorherigen Node, die fasst du nicht an.

4. URL-Muster an deinen Shop anpassen

Im Node „Daten aufbereiten" entscheidet PAGE_TYPE_PATTERNS, ob eine URL als Produktdetailseite, Ratgeber, Markenseite oder statische Seite gezählt wird. Alles ohne Treffer landet bei den Kategorieseiten. Die Vorlage kommt mit einem generischen Muster: Produktseiten enden auf .html, Ratgeber liegen unter /ratgeber/.

Voreinstellung der Vorlage
const PAGE_TYPE_PATTERNS = {
  'Produktdetailseiten':     ['.html'],
  'Upper Funnel / Ratgeber': ['/ratgeber/'],
  'Marken / Brand-Seiten':   ['/marken/'],
  'Statische Seiten': [
    '/kontakt', '/ueber-uns', '/about', '/faq',
    '/service/', '/impressum', '/datenschutz', '/agb'
  ],
};
Beispiel Shopify
const PAGE_TYPE_PATTERNS = {
  'Produktdetailseiten':     ['/products/'],
  'Upper Funnel / Ratgeber': ['/blogs/'],
  'Marken / Brand-Seiten':   ['/collections/vendors'],
  'Statische Seiten': [
    '/pages/kontakt', '/pages/ueber-uns', '/pages/faq',
    '/policies/', '/pages/impressum', '/pages/agb'
  ],
};
Beispiel WooCommerce
const PAGE_TYPE_PATTERNS = {
  'Produktdetailseiten':     ['/produkt/'],
  'Upper Funnel / Ratgeber': ['/ratgeber/', '/blog/'],
  'Marken / Brand-Seiten':   ['/marke/'],
  'Statische Seiten': [
    '/kontakt/', '/ueber-uns/', '/faq/',
    '/impressum/', '/datenschutz/', '/agb/'
  ],
};
Die Beispiele sind Startpunkte. Prüfe deine echten URLs. Sprachverzeichnisse, eigene Handles oder Headless-Routen brauchen eigene Muster. Die Reihenfolge zählt: Das erste passende Muster gewinnt.

5. Claude den richtigen Kontext geben

Im Node „Claude-Prompt bauen" sind zwei Stellen mit PASSE AN markiert: dein Sortiment und deine Saison. Dieser Kontext entscheidet, ob der Report Zahlen vorliest oder einordnet.

Beispiel: Kaffee-Shop
Analysiere diese GSC-Daten für unseren Online-Shop für
Kaffee, Mühlen und Brüh-Zubehör. Der Shop läuft auf Shopify.

Saisonaler Kontext:
Oktober bis Dezember ist Geschenksaison und unser stärkster
Zeitraum. Im Januar starten viele Kunden mit dem eigenen
Brüh-Setup. Der Sommer ist die ruhigste Phase, Cold-Brew-Themen
fangen einen Teil davon auf.
Präzision schlägt Länge. Zwei konkrete Absätze zu Sortiment und Saison bringen mehr als eine lange, allgemeine Unternehmensbeschreibung.

6. Du bist nicht an Claude gebunden

Die Vorlage nutzt die Anthropic API, weil der Workflow mit Claude gebaut wurde. Der Analyse-Schritt läuft aber genauso über die OpenAI API, Googles Gemini API oder jeden anderen Dienst, der einen Prompt annimmt und Text zurückgibt. Auch ein selbst gehosteter, OpenAI-kompatibler Endpunkt funktioniert, wenn deine n8n-Instanz ihn erreicht.

Nicht nur den Modellnamen tauschen. Beim Anbieterwechsel ziehen vier Dinge mit um: API-Endpunkt, Authentifizierung, Request-Body und der Antwortpfad. Der nachfolgende HTML-Node liest den generierten Text unter $json.content[0].text, das ist die Struktur der Anthropic-API. Bei OpenAI oder Gemini liegt der Text woanders. Am saubersten normalisierst du die Antwort direkt nach dem API-Aufruf auf ein einheitliches Feld wie analysisText.

Was beim Wechsel unverändert bleibt:

7. Testlauf und Aktivierung

  1. Manuell ausführen

    Klicke auf Execute Workflow. Prüfe, ob alle fünf GSC-Nodes Daten liefern und der Claude-Aufruf durchläuft.

  2. Report prüfen

    Öffne die Mail und kontrolliere Zahlen, Seitentyp-Zuordnung, Produktnamen und die vorgeschlagenen Tickets.

  3. Erst dann aktivieren

    Stelle den Workflow auf Active. Der Cron-Ausdruck übernimmt ab da:

    Cron-Ausdruck der Vorlage
    0 7 1,15 * *

    Wöchentlich statt alle 14 Tage? 0 7 * * 1 feuert jeden Montag. Monatlich reicht 0 7 1 * *.

Server-Zeitzone prüfen. Die Uhrzeit richtet sich nach der Zeitzone deiner n8n-Instanz. Bei UTC-Konfiguration kommt die Mail in Deutschland entsprechend versetzt an.

8. API-Key und Daten sicher behandeln

Die Download-Version enthält keine echten API-Keys, Tokens, Domains oder GSC-Daten. Die sichtbaren Credential-Namen sind nur Referenzen und funktionieren in deinem n8n-Account nicht automatisch.

API-Keys nie direkt in den HTTP-Node schreiben. Ein Klartext-Key wandert beim Export in die JSON-Datei und damit überall dorthin, wo die Datei landet. Nutze immer ein n8n-Credential. Falls du schon mal einen Workflow mit eingebettetem Key geteilt hast: Key widerrufen, neuen anlegen.

Im Betrieb gehen Suchanfragen, URLs, Klicks, Impressionen und Positionen an die Claude API. Wenn du den Workflow für Kunden einsetzt, kläre vorher deine vertraglichen und datenschutzrechtlichen Anforderungen.

9. Troubleshooting

Die GSC-Nodes liefern 403 oder „insufficient permissions"
Prüfe, ob das verbundene Google-Konto Zugriff auf exakt die eingetragene Property hat. Achte auf den Unterschied zwischen Domain-Property und URL-Präfix-Property.
Die GSC-Nodes laufen, liefern aber keine Rows
Prüfe Schreibweise und Protokoll der Property. Bei kleinen oder jungen Properties kann für einzelne Abfragen schlicht zu wenig Datenvolumen vorliegen.
Der Claude-Node meldet 401 oder 403
Kontrolliere das Header-Auth-Credential: Der Header-Name muss x-api-key lauten. Prüfe außerdem, ob der Key aktiv ist und dein Anthropic-Konto Guthaben oder eine hinterlegte Abrechnung hat.
Der Claude-Node meldet einen Modellfehler
Öffne den Node „Claude-Prompt bauen" und ersetze den Wert im Feld model durch ein Modell, das in deinem API-Konto verfügbar ist.
Nach dem Wechsel zu OpenAI oder Gemini bleibt der Report leer
Prüfe den Antwortpfad. Die Vorlage liest $json.content[0].text aus, das ist Anthropic-Struktur. Passe den Pfad an den neuen Anbieter an oder normalisiere die Antwort vorher auf ein einheitliches Feld.
Produkt- und Kategorieseiten werden falsch zugeordnet
Passe PAGE_TYPE_PATTERNS an. Die Reihenfolge ist relevant: Sobald ein Muster passt, bekommt die URL diesen Seitentyp.
Die Mail kommt nicht an
Prüfe Gmail-Node, verbundenes Konto, Empfänger und den Spam-Ordner. Führe den Gmail-Node einzeln mit Testdaten aus, um die Fehlerquelle einzugrenzen.
Der Workflow läuft zur falschen Uhrzeit
Prüfe die Zeitzone der n8n-Instanz und der Workflow-Einstellungen. Der Cron-Ausdruck selbst lautet 0 7 1,15 * *.

10. Abschluss-Checkliste

Erst aktivieren, wenn jeder Punkt sitzt.

Du hängst bei der Einrichtung oder willst mehr?

Anderes Modell, eigene Seitentyp-Logik, zusätzliche Datenquellen oder ein Report, der wirklich zu deinem Shop passt: Schreib mir kurz, wo du stehst.

Support anfragen
Ergänzende Screenshots und die Einordnung zum Workflow findest du im Artikel „SEO-Report auf Autopilot: GSC-Analyse mit n8n und Claude".
© 2026 Oliver Dahm · SEO- und AI-Consultant für Online-Shops · oliverdahm.de