SEO-Report auf Autopilot: GSC-Analyse mit n8n und Claude, alle 14 Tage per Mail.
TL;DR: Dieser n8n-Workflow zieht alle 14 Tage deine Search-Console-Daten (aktuell, Vormonat, Vorjahr), lässt Claude daraus einen strukturierten SEO-Report schreiben und schickt ihn dir als formatierte Mail: Executive Summary, Seitentyp-Performance, Query-Cluster, Gewinner und Verlierer, Keyword-Potenziale und fertige Tickets. Unten steht die Workflow-Datei zum Download, anonymisiert und auf das aktuelle Claude-Modell gehoben. Einrichtung: rund 30 Minuten.
Passt für dich, wenn: du einen Online-Shop oder eine Website mit Search-Console-Zugriff betreibst, n8n laufen hast (Cloud oder self-hosted) und regelmäßige SEO-Auswertungen willst, ohne jedes Mal selbst in die GSC zu steigen.
Diesen Workflow habe ich vor gut einem Jahr für einen Kundenshop gebaut, und seitdem liefert er zuverlässig alle zwei Wochen einen SEO-Report ins Postfach des Teams. Ehrlicherweise ist er bei mir selbst seltener im Einsatz, seit Claude im Arbeitsalltag vieles davon direkt übernimmt. Aber als automatische Grundversorgung, die ohne Zutun läuft und das ganze Team auf demselben Stand hält, hat er sich bewährt. Deshalb teile ich ihn hier, komplett und zum Import fertig.
Was der Workflow macht
Am 1. und 15. jedes Monats passiert Folgendes, ohne dass jemand etwas anklickt:
- Zeitfenster berechnen: aktueller 30-Tage-Zeitraum, der Vormonats-Zeitraum davor und derselbe Zeitraum im Vorjahr.
- Fünf GSC-Abfragen parallel: Top-Queries, Top-Pages für alle drei Zeiträume und die Kombination aus Query und Seite.
- Daten aggregieren: Jede URL wird nach Seitentyp klassifiziert (Produktdetailseite, Kategorie, Ratgeber, Marke), Gewinner und Verlierer werden berechnet, Potenzial-Keywords auf Position 5 bis 15 herausgefiltert.
- Claude analysiert: Ein ausführlicher Prompt macht aus den Rohdaten einen Report mit acht Kapiteln, vom Executive Summary über Query-Cluster und Keyword-Potenziale bis zu konkreten, priorisierten Tickets.
- Versand: Die Analyse wird als HTML-Mail formatiert und per Gmail an die Empfänger geschickt.
So sieht das auf der n8n-Fläche aus, links die fünf parallelen GSC-Abfragen, rechts die Analyse-Strecke:
Und so sieht das Ergebnis aus:
Der spannendste Teil ist der Prompt. Er zwingt Claude zu dem, was in vielen KI-Reports fehlt: absolute Zahlen plus Prozentwerte statt vager Trends, Produktnamen statt nackter URLs, und bei jedem Rückgang die Einordnung, ob das ein Shop-Problem ist oder der Markttrend durch AI Overviews und Shopping Grids. Außerdem sucht er aktiv nach Lücken: Kategorien, die fehlen, obwohl Produktseiten für generische Begriffe ranken. Fragen, für die der Shop noch keine Antwortseite hat.
Warum 30-Tage-Fenster, wenn der Report alle 14 Tage kommt?
Aufmerksamen Lesern fällt auf: Der Report heißt bi-weekly, vergleicht aber rollierende 30-Tage-Zeiträume. Das ist Absicht. Ein 14-Tage-Fenster ist für die meisten Shops zu verrauscht, ein einzelner Feiertag oder ein schwaches Wochenende verzerrt jede Prozentzahl. Das rollierende 30-Tage-Fenster glättet das, und durch den 14-Tage-Rhythmus bekommst du trotzdem zeitnah mit, wenn etwas kippt. Die drei Tage Verzögerung im Zeitfenster fangen ab, dass die GSC ihre Daten erst mit Verspätung finalisiert.
Vom Download zum ersten Report
Die komplette Einrichtung, Schritt für Schritt:
- Importieren: In n8n einen neuen Workflow anlegen, oben rechts über das Drei-Punkte-Menü „Import from File" wählen und die heruntergeladene JSON-Datei auswählen. Danach stehen alle 13 Nodes fertig verdrahtet auf der Fläche.
- Google-Vorarbeit (einmalig, falls noch nie gemacht): Die GSC- und Gmail-Verbindungen laufen über OAuth. Dafür brauchst du ein Projekt in der Google Cloud Console mit aktivierter Search Console API und Gmail API sowie einen OAuth-Client. Das klingt nach mehr, als es ist: n8n zeigt dir im Credential-Dialog die Redirect-URL zum Kopieren an, und die n8n-Doku zu „Google OAuth2" führt durch jeden Klick. Rechne mit zehn Minuten. Wer schon mal ein Google-Credential in n8n angelegt hat, überspringt diesen Schritt.
- Drei Credentials verbinden: In den fünf GSC-Nodes dein Search-Console-Credential auswählen, im Gmail-Node dein Gmail-Credential. Für die Claude API legst du ein Credential vom Typ „Header Auth" an: Header-Name
x-api-key, Wert ist dein API-Key aus der Anthropic Console. Der Node „Claude API aufrufen" ist schon darauf eingestellt. - Property eintragen: Deine GSC-Property steht als eine Konstante ganz oben im Node „Datumsbereiche berechnen". Alle anderen Nodes ziehen sich die Domain von dort, du änderst also genau eine Zeile.
- Prompt-Kontext füllen: Im Node „Claude-Prompt bauen" sind zwei Stellen mit PASSE AN markiert: dein Sortiment und dein saisonaler Kontext.
- URL-Muster prüfen: Die Seitentyp-Erkennung im Node „Daten aufbereiten" arbeitet mit URL-Mustern. Voreingestellt ist ein Shop, dessen Produktseiten auf .html enden und der Ratgeber unter /ratgeber/ führt. Passe die Muster an deine URL-Struktur an, bei Shopify wären das etwa /products/ und /collections/. Trag außerdem im Gmail-Node die Empfänger ein.
Für die beiden Stellen, an denen es am ehesten hakt, habe ich dir Screenshots aus n8n mitgebracht:
Screenshot zu Schritt 3: So sieht der Claude-Node richtig eingestellt aus
Screenshot zu Schritt 6: So sieht der Gmail-Node aus
Zum Schluss den Workflow einmal manuell ausführen („Execute Workflow"), die Mail im Postfach prüfen und erst dann den Schalter auf „Active" stellen. Der Cron-Node übernimmt ab da.
Mach den Workflow zu deinem
Die Vorlage ist ein Startpunkt, kein fertiges Produkt. Drei Umbauten, die sich lohnen und wenige Minuten kosten:
- Anderer Rhythmus: Der Cron-Node feuert am 1. und 15. Trag einen anderen Cron-Ausdruck ein, schon kommt der Report wöchentlich oder monatlich. Das 30-Tage-Datenfenster lässt du dabei am besten stehen, es glättet weiterhin.
- Anderes Modell: Das Claude-Modell steht als eine Zeile im Node „Claude-Prompt bauen". Du kannst den Analyse-Schritt auch auf die OpenAI API oder Googles Gemini API umstellen. Dann ziehen vier Dinge mit um: Endpunkt, Authentifizierung, Request-Body und der Pfad, unter dem der Folge-Node den Antworttext abholt. Die Anleitung unten führt durch den Umbau.
- Eigener Prompt: Der Analyse-Prompt ist normaler Text im Workflow. Andere Report-Kapitel, ein zweiter Fokus auf Markenseiten, ein englischer Report fürs internationale Team: alles eine Frage von zehn Minuten Schreibarbeit.
Der gleiche Report ohne n8n
Ich habe es im Intro schon angedeutet: Bei mir selbst läuft der Workflow seltener, seit Claude Code zu meinem Alltagswerkzeug geworden ist. Der Weg dorthin ist kürzer, als viele denken. Du verbindest Claude Code einmal mit der Search Console API, gibst ihm denselben Analyse-Prompt und stellst deine Fragen direkt im Terminal. Kein n8n, keine Nodes, kein Cron. Dafür auch keine automatische Mail: Du stößt die Auswertung an, wenn du sie brauchst, und kannst sofort nachbohren.
Was für welchen Weg spricht: n8n ist die Grundversorgung fürs Team, unaufgefordert, immer im gleichen Format, auch wenn niemand daran denkt. Claude Code ist das Werkzeug für alles danach, etwa wenn du dem Rückgang aus Kapitel 3 des Reports auf den Grund gehen willst. Wer beides hat, nutzt beides.
Was ich für die Veröffentlichung aktualisiert habe
Der Workflow ist gut ein Jahr alt und lief ursprünglich auf einem Claude-Modell von Mitte 2025. Für den Download habe ich ihn überarbeitet: aktuelles Sonnet-Modell, die Domain zentral an einer Stelle statt in acht Nodes verstreut, sprechende Node-Namen und alle Kundendaten durch markierte Platzhalter ersetzt. Die Analyse-Logik und der Prompt sind unverändert, die haben sich in einem Jahr Praxisbetrieb bewährt.
Was dir das bringt: Alle 14 Tage liegt ein fertig eingeordneter SEO-Report im Postfach, ohne dass jemand die Search Console öffnet. Statt Rohzahlen bekommst du Interpretation: Welche Cluster gewinnen, welche Seitentypen verlieren, wo Quick Wins auf Position 5 bis 15 warten und welche 4 bis 6 Maßnahmen als Nächstes anstehen.
Der Aufwand: einmalig rund 30 Minuten Einrichtung. Danach kostet jeder Report ein paar Cent API-Gebühr.
Workflow und Anleitung zum Download
Der komplette Workflow mit 13 Nodes, anonymisiert und aktualisiert: Zeitfenster-Berechnung, fünf GSC-Abfragen, Datenaggregation mit Seitentyp-Klassifizierung, Analyse-Prompt, Claude-API-Aufruf, HTML-Aufbereitung und Mail-Versand. Alle Stellen, die du anpassen musst, sind mit PASSE AN markiert. Dazu die komplette Einrichtungs-Anleitung als eigenständige HTML-Datei: offline lesbar, mit Copy-Blöcken für jede Konfiguration, Troubleshooting und Abschluss-Checkliste.
Häufige Fragen zum Workflow
Was kostet der Betrieb?
Die GSC-API ist kostenlos. Für n8n zahlst du self-hosted nur das Hosting, bei mir sind das ein paar Euro im Monat bei Hostinger; n8n Cloud startet bei etwa 20 € pro Monat. Bleibt der Claude-API-Aufruf: Ein Report verarbeitet je nach Datenmenge einige zehntausend Token und kostet damit einstellige Cent-Beträge. Zwei Reports im Monat liegen deutlich unter einem Euro.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Zum Einrichten nicht: Datei importieren, drei Credentials verbinden, die markierten Stellen anpassen, Testlauf. JavaScript-Grundwissen hilft erst, wenn du die Seitentyp-Erkennung oder den Prompt tiefer umbauen willst.
Warum nicht einfach ein Looker-Studio-Dashboard?
Ein Dashboard zeigt Zahlen, dieser Workflow liefert Einordnung. Der Unterschied liegt im Prompt: Claude clustert Queries, erklärt Rückgänge im Marktkontext und formuliert priorisierte Tickets. Ein Dashboard musst du lesen und interpretieren, den Report liest du nur.
Kann ich den Rhythmus oder das Modell ändern?
Beides in je einer Minute. Der Cron-Node steuert den Rhythmus (aktuell am 1. und 15.), das Modell steht als eine Zeile im Node „Claude-Prompt bauen“. Der Workflow funktioniert mit jedem aktuellen Claude-Modell. Auch ein Wechsel zu OpenAI oder Gemini ist möglich, dann passt du zusätzlich Endpunkt, Authentifizierung und Antwortpfad an. Der Weg steht in der Anleitung zum Download.