Conversational Attributes: mehr Produkt-Kontext für Googles AI-Suche per Feed.
TL;DR: Mit den neuen Conversational Attributes kannst du Google deutlich mehr Kontext zu einzelnen Produkten mitgeben: Einsatzbereiche, Pflege, Material, Varianten. Gedacht sind sie für AI-getriebene Sucherlebnisse wie den AI Mode. In bestehenden Feed-Setups lassen sich die Felder aber nicht immer mal eben ergänzen. Hier steht der Workflow aus einem Kundenprojekt: die 41 umsatzstärksten Produkte, bestehende PDP-FAQs als Basis, eine TSV-Zusatzquelle im Merchant Center, per Produkt-ID gematcht.
Passt für dich, wenn: du einen Online-Shop mit gepflegtem Merchant-Center-Feed betreibst, deine Produktseiten schon FAQs oder gute Produkttexte haben und du früh testen willst, wie viel Kontext du der AI-Suche über deine Produktdaten mitgeben kannst.
Produktdatenqualität war schon immer wichtig. Für die Suche wird sie gerade noch wichtiger.
Lange ging es bei der Feed-Optimierung vor allem um Titel, Kategorie, GTIN, Farbe, Größe und Co. Jetzt kommt eine weitere Ebene dazu: Wie viel relevanten Kontext kann ich Google direkt über meine Produktdaten mitgeben? Genau dafür sind die neuen Conversational Attributes gedacht, zusätzlicher Produktkontext für AI-getriebene Sucherlebnisse wie den AI Mode.
Das Thema ist noch ziemlich frisch. Ich setze die Attribute trotzdem bei einigen meiner Kunden bereits in der Praxis um und sammle erste Erfahrungen damit. Hier ist der komplette Workflow aus einem dieser Projekte.
Welchen Kontext du mitgeben kannst
Mit Conversational Attributes gibst du Google Antworten auf die Fragen, die Kunden vor dem Kauf stellen:
„Eignet sich die Mühle auch für French Press?“ Wofür ist das Produkt gedacht, wofür nicht?
„Wie reinige ich das Mahlwerk?“ Was muss der Kunde nach dem Kauf wissen?
„Ist das Gehäuse aus Edelstahl oder Kunststoff?“ Die Fakten hinter den Marketing-Begriffen.
„Worin unterscheidet sich das 250-g-Modell vom 500-g-Modell?“ Entscheidungshilfe zwischen ähnlichen Produkten.
Kommt dir bekannt vor? Das sind exakt die Inhalte eines guten Produkt-FAQs. Und genau da setzt der Workflow an.
Der Praxisfall: 41 Topseller zuerst
In bestehenden Feed-Setups lassen sich die neuen Felder nicht immer mal eben ergänzen. Der Shopsystem-Export oder das Feed-Tool kennt sie schlicht noch nicht. Der saubere Weg außenrum: eine zusätzliche Datenquelle im Merchant Center, die nur die Produkt-IDs und die neuen Attribute enthält.
Bei einem meiner Shop-Kunden haben wir zunächst die 41 umsatzstärksten Produkte genommen, die bestehenden PDP-FAQs übernommen und um weitere relevante Fragen und Antworten ergänzt. So sieht der Ablauf aus:
Schritt für Schritt zur Zusatzquelle
- Produkte priorisieren: Nicht das ganze Sortiment auf einmal. Wir haben mit den 41 umsatzstärksten Produkten angefangen, dort ist der Hebel am größten.
- Fragen und Antworten sammeln: Bestehende PDP-FAQs übernehmen und um weitere relevante Fragen ergänzen. Die besten Quellen dafür: Supportanfragen, Bewertungen, interne Suche. Wie du solche FAQs systematisch aufbaust, steht im Beitrag Produkt-FAQs aus Support-Daten generieren.
- TSV-Datei aufbauen: Eine tabulatorgetrennte Datei mit einer Zeile pro Produkt: die Merchant-Center-Produkt-ID in der ersten Spalte, dann die Conversational-Attribute-Felder. Die IDs müssen exakt denen im Haupt-Feed entsprechen, sonst greift der Match nicht.
- Zusätzliche Datenquelle anlegen: Im Merchant Center unter Datenquellen eine zusätzliche Quelle für Produktdaten erstellen und die Datei hochladen. Neben dem Datei-Upload gehen auch Google Sheets, ein Datei-Link, SFTP oder die Merchant API.
- Als Test hochladen: Den Haken „Als Test hochladen" setzen. So prüfst du, ob IDs und Attributnamen sauber erkannt werden, bevor irgendetwas übernommen wird.

- Prüfen und übernehmen: Nach dem Upload zeigt das Merchant Center, ob alle Attributnamen erkannt wurden und wie viele Produkte gematcht sind. Erst wenn hier alles grün ist, lädst du die Datei regulär hoch.

Die Einordnung: eine neue Ebene, kein neues Spiel
Produktdaten waren schon immer ein wichtiger Hebel. Durch AI Search kommt gerade nur eine weitere Ebene dazu: Nach Titel, Kategorie und Attributen jetzt der Kontext, den KI-Systeme brauchen, um dein Produkt zu empfehlen statt nur zu listen.
Wer seine Produktseiten schon nach dem FAQ-Prinzip pflegt, hat die Inhalte längst. Der Rest ist eine TSV-Datei und ein Test-Upload. Warum sich diese Arbeit lohnt und wie sich die Produktsuche gerade grundsätzlich verschiebt, steht im Logbuch: Wie der Google Shopping Graph die Spielregeln verändert.
Was dir das bringt: Google bekommt zu deinen wichtigsten Produkten genau den Kontext, den KI-Sucherlebnisse brauchen: Wofür ist das Produkt gedacht, wie wird es gepflegt, worin unterscheiden sich die Varianten? Das sind die Fragen, die der AI Mode beantwortet, und deine Produktdaten entscheiden mit, ob er sie mit deinen Produkten beantwortet.
Der Aufwand: Für rund 40 Produkte mit bestehenden PDP-FAQs als Basis liegt der Erstaufbau bei wenigen Stunden, danach pflegst du die Datei mit dem Sortiment mit.
Häufige Fragen zu Conversational Attributes
Was sind Conversational Attributes?
Zusätzliche Produktattribute im Google Merchant Center, mit denen du Produkten Kontext im Frage-Antwort-Format mitgibst: Einsatzbereiche, Pflege und Anwendung, Material und Eigenschaften, Unterschiede zwischen Varianten. Gedacht sind sie für AI-getriebene Sucherlebnisse wie den AI Mode, die solche Fragen direkt beantworten. Das Thema ist noch frisch, die Ausspielung entwickelt sich gerade erst.
Muss ich dafür meinen Haupt-Feed anfassen?
Nein. Der saubere Weg ist eine zusätzliche Datenquelle im Merchant Center: eine eigene Datei, die nur die Produkt-IDs und die neuen Attribute enthält. Das Merchant Center führt sie über die ID mit deinem Haupt-Feed zusammen. Dein bestehendes Feed-Setup, egal ob Shopsystem-Export oder Feed-Tool, bleibt unangetastet.
Für welche Produkte lohnt sich der Aufwand?
Nicht fürs ganze Sortiment auf einmal. Fang bei den umsatzstärksten und beratungsintensivsten Produkten an, dort ist der Hebel am größten und du sammelst Erfahrung, bevor du skalierst. In unserem Projekt waren das die 41 Topseller.
Woher nehme ich die Inhalte?
Aus dem, was du schon hast: produktspezifische FAQs auf deinen Produktseiten, Supportanfragen, Kundenbewertungen und die interne Suche. Die Fragen, die Kunden vor dem Kauf stellen, sind genau die Fragen, die auch die AI-Suche beantwortet.