Die häufigsten Fehler in Produktbeschreibungen (und wie du sie behebst)
TL;DR: Die meisten Produktbeschreibungen scheitern an denselben Fehlern. Floskeln ohne Substanz, Features ohne Nutzen, kahle Conversion Zones, Keyword-Stuffing und ungeprüfte KI-Texte. Dieser Artikel zeigt dir die zehn häufigsten Stolperfallen aus dem Buch. Zu jedem Fehler bekommst du den Link zum passenden Vertiefungs-Artikel.
Eine schlechte Produktbeschreibung ist wie ein Verkäufer, der dich ignoriert, wenn du in den Laden kommst. Du betrittst ein Geschäft, suchst nach einer Beratung – aber die Verkäufer? Entweder sie tun so, als wären sie beschäftigt, oder sie verstecken sich hinter dem Tresen. In manchen Branchen hat man wirklich das Gefühl, sie laufen vor einem weg. Würdest du hier kaufen? Wohl kaum.
Aber genau das passiert täglich in vielen Online-Shops. Austauschbare Texte, generische Herstellerbeschreibungen – Texte, die nicht beraten, nicht verkaufen, nicht mal unterhalten. Und dann wundern sich Shop-Betreiber, warum ihre Conversion-Rate im Keller ist.
Ich habe unzählige Online-Shops analysiert, Relaunches begleitet und Optimierungen durchgeführt. Immer wieder bin ich auf die gleichen Probleme gestoßen. Uninspirierte Texte, die einfach nur „da“ sind, Shops, die in Ads investieren, aber ihre Produktseiten vernachlässigen, und Texte, die technische Features auflisten, aber keinen Funken auslösen.
Hier sind die zehn Fehler, die mir dabei am häufigsten begegnen.
1. Floskeln: „hochwertig“, „praktisch“, „stilvoll“
Es ist fast schon ein Rätsel, wie viele Produktbeschreibungen den kreativen Tiefschlaf fördern. Da wird mit Worten wie „hochwertig“, „praktisch“ oder „stilvoll“ jongliert – und am Ende? Hat der Kunde das Gefühl, er liest eine Bedienungsanleitung.
Dabei sollen Produktbeschreibungen genau das Gegenteil bewirken: Sie sollen Lust machen, das Produkt sofort in den Warenkorb zu legen! Warum ist das so? Weil Produktbeschreibungen oft „nebenbei“ geschrieben werden.
So behebst du es: Ersetze jede Floskel durch einen konkreten Vorteil, wie dir Features in Vorteile übersetzen Schritt für Schritt zeigt.
2. Features auflisten, ohne den Nutzen greifbar zu machen
Es geht nicht nur darum, Wörter aneinanderzureihen. Es geht darum, eine Verbindung zu schaffen. Ein guter Text zeigt dem Kunden, dass du ihn und seine Bedürfnisse verstehst. Es reicht nicht aus, Features aufzuzählen. Du musst den Nutzen und die Emotion dahinter greifbar machen.
Die Wahrheit? Der Text ist mindestens so wichtig wie das Produkt selbst. Was wir brauchen? Texte, die den Kunden abholen und ihm sagen: „Hey, das hier ist genau das, was du suchst und hier ist der Grund dafür!“ Texte, die nicht nur informieren, sondern überzeugen. Texte, die Bilder im Kopf erzeugen und den Leser mitreißen.
So behebst du es: Übersetze jedes Feature in einen Kundennutzen, die Methode dafür findest du in Features in Vorteile übersetzen.
3. Unklare Catchline: Kein Wow-Effekt
Wenn du eine Catchline einsetzen möchtest, dann muss sie den Kunden abholen und ihm sofort sagen, warum dieses Produkt genau das Richtige ist. Vermeide langweilige Aussagen wie „Einfach und praktisch.“ oder „Für jeden geeignet.“
Sei konkret und sprich direkt an, was dein Produkt ausmacht. Gute Catchlines verlängern den Produkttitel und setzen einen klaren Nutzen oder ein markantes Merkmal in Szene.
Hier einige Beispiele für überzeugende Catchlines:
- Musik, so klar, als wärst du live dabei.
- Bequem, wetterfest & leicht – dein Rucksack für jeden Tag.
- Passt ins Handgepäck – mehr Stauraum, weniger Stress.
- Die smarte Alternative zur Brotdose.
- Passt sich an – weniger Verspannungen, mehr Tiefschlaf.
- Schick wie ein Lederschuh, bequem wie ein Sneaker.
- Bis zu 30h Akkulaufzeit – und immer einsatzbereit.
- Licht, das sich an dich anpasst – dimmbar & per App steuerbar.
- Von Asphalt bis Trail – perfekter Grip & maximaler Komfort.
- Sauber in Sekunden – streifenfrei & ohne Rückstände.
So behebst du es: Wie die Catchline mit den anderen Elementen der Buy Box zusammenspielt, liest du im Artikel zur Conversion Zone.
4. Überfrachtete Texte: Wer soll das alles lesen?
Lange Textwüsten schrecken Kunden ab, besonders auf Smartphones. Wenn die Vorteile deines Produkts in einem einzigen Block versteckt sind, wird der Kunde sie übersehen. Kunden scannen Texte, sie lesen sie nicht. Überladene Absätze gehen daher oft unter. Nutze kurze Absätze um lange Textwüsten zu vermeiden.
So behebst du es: Gliedere deinen Text mit Absätzen und Zwischenüberschriften, den Bauplan dafür liefert dir der Artikel zur Langbeschreibung.
5. Fehlen von Social Proof: Vergessen Vertrauen aufzubauen
Kunden wollen wissen, dass sie die richtige Entscheidung treffen – und andere Käufer helfen dabei. Wenn Bewertungen oder Testimonials fehlen, bleibt der Kunde unsicher. Ohne Social Proof fragt sich der Kunde: „Ist das Produkt wirklich so gut?“ Nutze kurze Bewertungen oder Sternebewertungen direkt in der Conversion Zone:
„4,8 Sterne aus 213 Bewertungen – unsere Kunden lieben es.“
So behebst du es: Platziere Social Proof direkt in der Buy Box, wo genau, zeigt dir der Artikel zur Conversion Zone.
6. Die Conversion Zone komplett ignorieren
Ja, du hast richtig gelesen. Es gibt tatsächlich Seiten, die die Conversion Zone komplett ignorieren. Statt wichtige Elemente wie eine Catchline, Bulletpoints oder einen Conversion-Text zu nutzen, setzen sie einfach ... nichts. Nada. Gar nichts. Der Kunde sitzt dann vor einer Produktseite, die so aufregend ist wie ein leeres Blatt Papier.
Und was passiert? Genau: Der Kunde klickt weg, weil er sich weder abgeholt noch überzeugt fühlt. Das bedeutet nicht, dass jede Produktseite alle vorgestellten Elemente nutzen muss. Wichtig ist, dass der Nutzer in wenigen Sekunden versteht, warum er hier genau richtig ist.
So behebst du es: Baue deine Buy Box Element für Element auf, die Anleitung dazu steht im Artikel zur Conversion Zone.
7. Keyword-Stuffing: SEO wie 2010
Hier kommt auch die semantische Optimierung ins Spiel: Durch die gezielte Nutzung von Synonymen und verwandten Begriffen steigerst du die Relevanz deiner Beschreibung, ohne Keyword-Stuffing zu betreiben. Statt das Haupt-Keyword in jedem Satz zu wiederholen, solltest du den Text so aufbauen, dass er natürlich und leserfreundlich bleibt – das bringt dir am Ende mehr für SEO als jede bloße Keyword-Wiederholung.
Ein Text über einen „Wanderrucksack“ bestand aus „Wanderrucksack kaufen“, „bester Wanderrucksack“, „Wanderrucksack Test“ – Hauptsache, das Keyword war drin.
Statt reiner Keyword-Wiederholung stehen Relevanz & Nutzerabsicht im Fokus. Eine gute Produktbeschreibung enthält sinnvolle Begriffe wie „Wanderrucksack groß“, die Literanzahl, Rückenbelüftung, wasserdicht oder Trekking-Touren – alles, was den Kunden wirklich interessiert. Das ist nicht nur für den Leser wertvoll, sondern auch für Google Shopping und die organische Suche.
Bedeutet? Relevanz statt Wiederholung. Kontext statt reiner Keywords. Nutzer statt Suchmaschine.
So behebst du es: Wie du die richtigen Begriffe findest und natürlich einbaust, erklärt dir Welche Keywords gehören in eine Produktbeschreibung?
8. Duplicate Content: Herstellertexte 1:1 übernehmen
In vielen Branchen ist es Standard, dass Hersteller ihre Produktbeschreibungen 1:1 an Händler weitergeben. Klingt erstmal praktisch, oder? Aber ganz ehrlich: Das ist nicht die beste Lösung.
Wenn du dir schon die Mühe machst, hochwertige, optimierte Produktbeschreibungen zu erstellen, dann solltest du meiner Meinung nach sicherstellen, dass dein eigener Shop davon profitiert – nicht der deiner Händler.
Was kannst du tun?
- Produktbeschreibungen individuell halten: Wenn du Händler belieferst, solltest du es vermeiden 1:1 denselben Content weitergeben, den du selbst verwendest.
- Nur einen Auszug der Produktbeschreibung bereitstellen: Statt die vollständige Beschreibung weiterzugeben, kannst du eine gekürzte Version bereitstellen. So bleibt das Original einzigartig bei dir.
- Händlern eigene Texte zur Verfügung stellen: Das kann eine neutrale Version sein, die sich von deiner unterscheidet. Das ist zwar mehr Aufwand, verhindert aber doppelte Inhalte und sorgt für eine bessere Differenzierung in den Suchergebnissen.
So behebst du es: Schreib eigene Texte rund um die Begriffe, die deine Kunden wirklich suchen, den Einstieg findest du in Welche Keywords gehören in eine Produktbeschreibung?
9. KI ohne Briefing: Shit in, shit out
Also, alle reden ja jetzt von KI, die mal eben unsere Produktbeschreibungen erstellt – wie von Zauberhand, einfach so. Klingt verlockend, oder? Ein paar Infos eingeben, auf „Go“ klicken und schwupps, der perfekte Text landet auf dem Bildschirm. Ja, schön wär’s.
Die Realität? Wenn du „Shit“ reingibst, kommt auch „Shit“ wieder raus (shit in, shit out). Ja, KI kann echt gute Texte liefern – aber nicht auf Zuruf und schon gar nicht mit einem Zweizeiler-Prompt, den man mal eben im Vorbeigehen eintippt. Die Texte, die die Leute wirklich abholen, die sie zum Weiterlesen und letztlich zum Kaufen bringen?
Die brauchen ein bisschen mehr Substanz. Ein durchdachtes Briefing, das die wichtigsten Punkte klarmacht. Und ganz ehrlich? Manchmal auch ein paar Anläufe. Denn großartige Produkttexte gibt es nicht auf Knopfdruck.
Also, wer glaubt, dass er die KI mit einem schnellen „mach mal“ zum Bestseller-Text überredet, wird sich wundern. Eine wirklich gute Produktbeschreibung braucht immer noch Fingerspitzengefühl, einen klaren Plan, Expertise und manchmal sogar eine Prise Kreativität. Die KI kann richtig starke Texte liefern, wenn wir sie mit dem richtigen Material füttern und ihr ein bisschen Liebe zum Detail spendieren.
So behebst du es: Arbeite mit einem sauberen Briefing und erprobten Prompts, wie in Wie optimiere ich bestehende Produkttexte mit KI? beschrieben.
10. KI-Texte ungeprüft online stellen
Die Möglichkeiten, die KI-Tools wie ChatGPT oder Claude uns bieten, sind spannend – keine Frage. Aber lass uns ehrlich sein: Eine Maschine, die einfach so die perfekten Produktbeschreibungen ausspuckt? Ohne Korrektur, ohne Lektorat, einfach Copy-Paste online stellen? Würde ich dir nicht empfehlen.
Ganz wichtig: KI ersetzt dich nicht. Sie ergänzt dich. Sie ist dein kreativer Assistent, der den Grundstein legt – aber den Feinschliff und die Expertise? Die machst immer noch du.
So behebst du es: Prüfe und schärfe jeden KI-Text vor der Veröffentlichung, einen Workflow dafür zeigt dir Wie optimiere ich bestehende Produkttexte mit KI?
Selbsttest: Wie viele Fehler stecken in deinen Texten?
Geh deine Produktseiten mit dieser Liste durch. Jeder Haken ist ein Fehler weniger.
Prüf deine Produktbeschreibung:
Das ganze System: „Produkttexte, die verkaufen"
Zwölf Kapitel von der Buyer Persona bis zum KI-Workflow: das komplette Playbook für Produktbeschreibungen, die beraten und verkaufen. Und für die Umsetzung mit KI gibt es meinen kostenlosen Kurs mit allen Prompts aus dem Buch.