Wie messe ich die KI-Sichtbarkeit meines Shops?
TL;DR: KI-Sichtbarkeit misst du mit einem festen Set aus Kauf-Prompts, das regelmäßig über ChatGPT, Gemini und Google AI Mode läuft. Vier Kennzahlen zählen: wie oft dein Shop als Marke empfohlen wird, wie oft deine Seiten zitiert werden, ob das Modell dich auch ohne Suche kennt (Share of Model) und in welchem Ton. Dazu der KI-Traffic in GA4 als eigenes Segment. Ein einzelner Screenshot aus einem Chat ist keine Messung.
Die KI-Sichtbarkeit deines Shops misst du mit einem festen Set aus Fragen, die Käufer stellen würden, und der regelmäßigen Auswertung, was ChatGPT, Gemini und Google AI Mode darauf antworten. Pro Frage und System notierst du: Wird dein Shop empfohlen? Werden deine Seiten zitiert? In welchem Ton? Und welche Marken und Quellen nennt die KI stattdessen? Aus diesen Antworten entsteht ein Ergebnisblatt, und aus wiederholten Messungen eine Kurve.
Ein Screenshot aus einem einzelnen Chat ist keine Messung. KI-Antworten schwanken von Frage zu Frage und von Tag zu Tag. Erst ein Set und ein Rhythmus machen daraus eine Zahl, mit der du arbeiten kannst.
Welche Kennzahlen zählen?
Vier, und sie sagen verschiedene Dinge:
- Empfehlungsquote: Anteil der Prompts, bei denen dein Shop als Marke genannt wird. Getrennt pro KI-System, weil ChatGPT, Gemini und AI Mode aus unterschiedlichen Quellen schöpfen.
- Zitatquote: Anteil der Antworten, in denen eine Seite deiner Domain als Quelle verlinkt wird. Das ist die härtere Währung, weil daraus Klicks werden.
- Share of Model: Wie oft dich das Modell ohne Live-Suche empfiehlt, also aus seinem Trainingswissen. Das zeigt, ob deine Marke „gelernt“ wurde, und bewegt sich nur langsam.
- Ton: Empfehlend, neutral oder kritisch. Genannt zu werden reicht nicht, wenn die KI deinen Shop mit einem Aber nennt.
Dazu zwei Kontextwerte, ohne die die Zahlen nichts erklären: die Marken, die stattdessen genannt werden, und die Quellen, aus denen die KI in deiner Nische zitiert.
Wie baue ich ein Prompt-Set?
Aus deinem Sortiment, nicht aus einer Keyword-Liste. Für jede wichtige Kategorie zwei bis drei Fragen, so formuliert, wie ein Käufer sie stellen würde, der deine Marke noch nicht kennt. Gute Quellen dafür sind Produkt-FAQs, Supportanfragen, Kundenbewertungen und die Fragen, die in der Search Console als Suchanfragen auftauchen.
Drei Regeln: Kaufabsicht statt Definitionsfragen. Kontext statt Keyword, also „für den Balkon“, „bei empfindlicher Haut“, „für Einsteiger“. Und das Set bleibt über Monate gleich, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Wie oft und womit messe ich?
Für Live-Antworten reicht ein Rhythmus von zwei bis vier Wochen, weil sich dort auch nur in diesem Tempo etwas bewegt. Den Share of Model prüfst du bei jeder neuen Modellversion. Tägliches Tracking erzeugt vor allem Rauschen.
Werkzeuge gibt es inzwischen einige. Ich arbeite mit BAiRT, das ich für genau diesen Zweck gebaut habe: Prompt-Set, Auswertung je System, Zitatquellen, Ton und Markenkern in einem Werkzeug. Welches Tool du nimmst, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass es die zitierten Quellen zeigt, denn daraus ergibt sich die Arbeit.
Was sehe ich in GA4?
Den Teil, der ankommt. Klicks aus ChatGPT, Perplexity, Copilot und Gemini kommen mit erkennbaren Referrern und lassen sich in GA4 als eigenes Segment oder als Channel-Gruppe anlegen. Dann siehst du Sitzungen, Umsatz und Conversion-Rate aus KI-Systemen getrennt von Google Organic. AI Overviews und AI Mode laufen dagegen unter Google Organic und sind in GA4 nicht sauber abgrenzbar.
Die Sichtbarkeitsmessung sagt dir, ob du genannt wirst. GA4 sagt dir, ob daraus Umsatz wird. Beides zusammen ist das Bild.
Deine Nullmessung bekommst du kostenlos: Der GEO-Sichtbarkeitscheck liefert genau dieses Ergebnisblatt für zehn Prompts aus deinem Sortiment. Wenn die Zahl niedrig ist, steht in Warum nennt ChatGPT meinen Shop nicht?, woran es meist liegt.
Weitere Fragen
Was ist Share of Model?
Der Anteil der Antworten aus dem reinen Trainingswissen eines Modells, ohne Live-Suche, in denen deine Marke empfohlen wird. Er zeigt, ob das Modell dich kennt, unabhängig vom Tagesindex. Live-Antworten mit Suche ändern sich innerhalb von Wochen, der Share of Model nur mit neuen Modellversionen. Deshalb misst man beides getrennt.
Wie viele Prompts brauche ich?
Für eine erste Einschätzung reichen zehn Prompts mit Kaufabsicht aus den wichtigsten Kategorien. Für ein laufendes Monitoring hängt es vom Sortiment ab, typisch sind einige Dutzend bis wenige Hundert. Wichtiger als die Menge ist, dass die Prompts so formuliert sind, wie Käufer wirklich fragen, und dass das Set über die Zeit gleich bleibt.
Kann ich KI-Traffic in Google Analytics sehen?
Ja. Besucher, die aus ChatGPT, Perplexity, Copilot oder Gemini auf deinen Shop klicken, kommen mit erkennbaren Referrern an. In GA4 legst du dafür ein Segment oder eine eigene Channel-Gruppe an. Google AI Overviews und AI Mode laufen dagegen unter Google Organic und lassen sich in GA4 nicht sauber trennen, in der Search Console seit einiger Zeit teilweise.
Welche Tools messen KI-Sichtbarkeit?
Es gibt inzwischen mehrere, von Zusatzmodulen in SEO-Suiten bis zu spezialisierten Trackern. Ich arbeite mit BAiRT, das ich selbst gebaut habe, weil ich Prompt-Set, Markenkern und Zitatquellen in einem Werkzeug brauchte. Egal welches Tool: Achte darauf, dass es Live-Antworten und Trainingswissen getrennt ausweist und die zitierten Quellen zeigt. Ohne die Quellen weißt du nicht, woran du arbeiten musst.