Die Fachjargon-Falle: Warum ein Shop für stapelbare Rungenpaletten nicht rankte.
TL;DR: Ein Kunde wunderte sich, warum seine Produktseite nicht für „stapelbare Rungenpalette“ rankte. Das Wort stapelbar stand nirgends auf der Seite, intern nutzte man einen Fachbegriff, den kein Käufer je in die Suche tippt.
Manchmal ist die Antwort auf ein Ranking-Rätsel simpel: ein einziges fehlendes Wort auf der Produktseite. Diese Geschichte steht auch in meinem Buch, und sie passiert da draußen jeden Tag.
Ein Wort fehlt, das Ranking fehlt
Vor einiger Zeit habe ich mit einem Kunden gearbeitet, der Rungenpaletten verkauft. Das sind spezielle Transportpaletten, die in der Logistik eingesetzt werden. Er war irritiert, warum seine Produktdetailseite bei Google nicht sichtbar war, insbesondere nicht für Begriffe wie „stapelbare Rungenpalette“. Ein kurzer Blick auf die Seite hat das Rätsel gelöst: Nirgendwo stand, dass die Palette stapelbar ist.
Seine Reaktion: „Ja, du hast recht. Wir verwenden dafür einen Fachbegriff“. Doch wenn potenzielle Kunden genau danach suchen („stapelbare Rungenpalette“), finden sie deine Produktseite nicht. Warum? Weil der Begriff in deiner Produktbeschreibung einfach nicht vorkommt. Stattdessen wird das Produkt mit einem technischen Fachbegriff beschrieben, den zwar deine Branche kennt, aber eben nicht deine Kunden.
Genau das passiert, wenn Produkte nicht in die richtigen Begriffe oder Terme zerlegt werden. Die Merkmale sind vielleicht klar, aber sie werden entweder nicht genannt oder in einer Sprache beschrieben, die potenzielle Käufer nicht verwenden. Ein technischer Begriff mag intern geläufig sein, aber wenn Kunden nach einer „stapelbaren Palette“ suchen, bringt ihnen die technische Bezeichnung rein gar nichts. Dieses Beispiel zeigt: Wenn wichtige Funktionen und Vorteile fehlen, verschenkst du potenzielle Kunden und Rankings.
Deine Kunden sprechen nicht Katalog
Der Fall ist kein Ausreißer. In fast jedem Sortiment mit erklärungsbedürftigen Produkten gibt es diese Lücke: Intern gilt der Fachbegriff, weil Hersteller und Großhandel ihn so verwenden. Deine Kunden kennen ihn nicht. Sie tippen „stapelbar“, „wasserdicht“ oder „leise“ in die Suche. Google kann nur finden, was auf deiner Seite steht. Steht dort nur der Fachjargon, existierst du für diese Suchanfragen schlicht nicht.
Wie findest du solche Lücken? Drei Quellen reichen für den Anfang. Erstens die Google Search Console: Suchanfragen mit Impressionen, aber miesen Positionen zeigen dir, wonach Leute suchen und wo deine Seite nicht liefert. Zweitens deine Bewertungen: Dort beschreiben Käufer dein Produkt in ihren eigenen Worten. Wie du das systematisch auswertest, steht in Wie nutze ich Kundenbewertungen für bessere Produkttexte?. Drittens dein Support: Die Fragen, die dort immer wieder aufschlagen, sind fast immer auch Suchanfragen.
Und wenn du es gründlich angehen willst: Zerlege deine Produkte systematisch in Merkmale, Vorteile und die Begriffe, die deine Zielgruppe dafür verwendet. Genau dafür habe ich einen Workflow gebaut, die KI-Termanalyse für Produkttexte. Damit wäre die Rungenpaletten-Lücke nie entstanden.
Das ganze System: „Produkttexte, die verkaufen"
Zwölf Kapitel von der Buyer Persona bis zum KI-Workflow: das komplette Playbook für Produktbeschreibungen, die beraten und verkaufen. Und für die Umsetzung mit KI gibt es meinen kostenlosen Kurs mit allen Prompts aus dem Buch.